Drohnen Informationen - Checkliste

Damit macht der Sommer noch mehr Spaß!
Drohnen, oder auch unbemannte Flugobjekte (UAVs) genannt, sind schon seit einigen Jahren sehr beliebt bei Hobby-Fliegern und bereiten nicht nur jungen Leuten viel  Freude. Doch auch bei den Drohnen gibt es viele technische Unterschiede (Fun-Drohnen, Foto-Drohnen etc.) und einige rechtliche Dinge, die man vor dem Kauf beachten sollte.

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Zuerst eine kurze Checkliste:

  • Versicherungs­schutz prüfen. Eine Versicherung ist im öffentlichen Raum Pflicht. Oft reicht die private Haft­pflicht­versicherung nicht aus. Zusatz­policen sind ab 40 Euro pro Jahr zu haben.
  • Kinder beaufsichtigen. Grund­sätzlich darf jeder eine akku­betriebene Drohne mit weniger als fünf Kilogramm Gewicht steuern, wenn es zum reinen Privatvergnügen erfolgt. Wegen der Risiken empfiehlt es sich, Kinder das Fliegen nur unter Aufsicht zu erlauben. Nutzer dürfen Drohnen ausschließ­lich über Sicht­kontakt steuern.
  • Genehmigung einholen. Wer eine Drohne zu gewerb­lichen Zwecken nutzt, braucht eine Genehmigung der Landes­luft­fahrt­behörde.
  • Flug­verbots­zonen einhalten. Für Hobby­piloten gibt es zahlreiche Tabuzonen, in denen sie ihre Drohnen nicht fliegen lassen dürfen, zum Beispiel im Umkreis von 1,5 Kilo­metern von Flughäfen. Erkundigen Sie sich vorher, ob Sie sich in einer Flug­verbots­zone befinden oder nicht.
  • Privatsphäre beachten. Der Reiz von Drohnen besteht darin, Aufnahmen aus neuen Perspektiven zu machen. Die Privatsphäre des Nach­barn ist tabu.

 

Hier möchten wir Ihnen die wichtigsten Fragen rund um das Thema Drohnen etwas auführlicher beantworten:

Wie ist eine Drohne aufgebaut?

Bei den Drohnen-Typen, oder auch Multicopter-Typen, unterscheidet man an erster Stelle die Anzahl der Arme, an deren Enden die einzelnen Rotoren angebracht sind. So heißen Drohnen mit drei Armen  Tricopter und mit vier Armen Quadrocopter, nur um hier einmal zwei  Beispiele zu erwähnen.
Je mehr Arme an einer Drohne verbaut sind, desto mehr Stabilität und Schubkraft besitzt sie auch. Dies ermöglicht ein präziseres Fliegen und erhöht somit auch den Fun-Faktor.
Der Flugcontroller, ein kleiner Computer im Inneren der Drohne, wertet alle Informationen der Sensoren aus und steuert so exakt die Motoren der  einzelnen Rotoren.  Zu diesen erwähnten Sensoren zählen zum Beispiel Lagesensoren, die durch ein Gyroskop ausgewertet werden. Das Gyroskop misst die  Drehbewegungen der Drohne um die eigene Achse und teilt die Daten wiederum dem Flugcontroller mit. Weitere Sensoren sind unter anderem der Beschleunigungs- und die GPS-Sensoren.

Welche Drohne ist die richtige für mich?

Das hängt an erster Stelle von Ihren Ansprüchen ab. Möchten Sie akrobatische Flugmanöver starten, benötigen Sie eine Drohne mit wenigen Armen, die sehr leicht und wendig  ist. Suchen Sie jedoch eine Drohne für Luftaufnahmen, die zusätzliches Kameraequipment befördern soll, dann wäre eine Drohne mit mehr Armen und mehr Schubkraft  von Vorteil.

Wie hoch und wie weit fliegt eine Drohne?

Dies unterscheidet sich natürlich nach Modell. Theoretisch ist eine Drohnensteuerung bis zu 1,5km möglich, jedoch ist die Reichweite eines unbemannten Flugobjekts in Deutschland eingeschränkt. Eine direkte Sichtverbindung zwischen Piloten und Fluggerät wird vorgeschrieben, die maximale Entfernung ist somit gesetzlich festgelegt auf 200m.

Worauf sollte ich achten?

Generell sollten Sie auf die Wetterbedingungen achten. Zu hohe Luftfeuchtigkeit oder gar Regen können, je nach Modell, der sensiblen Elektronik schaden. Zusätzlich beeinflusst leichter bis starker Wind das Flugverhalten Ihrer Drohne, was wiederum den Spaß am Fliegen verringern kann oder sogar zu gefährlichen Situationen führt, wenn die Drohne z.B. unkontrolliert abtreibt und abstürzt. Grundsätzlich gilt, je schwerer und leistungsstärker, desto stabiler reagiert die Drohne auf kleine Windstöße.

Was sagt der Gesetzgeber?

Der Gesetzgeber unterscheidet bei ferngesteuerten Fluggeräten wie Drohnen zwischen „Flugmodellen“ und „unbemannten Luftfahrtsystemen“. Diese Unterscheidung ist für Hobbypiloten von entscheidender Bedeutung, weil für die Nutzung dieser beiden Drohnenarten unterschiedliche Vorschriften und Bedingungen gelten. Der Betrieb von „Flugmodellen“ unterliegt im Allgemeinen weniger Einschränkungen. Die Abgrenzung zwischen unbemannten Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystem erfolgt laut Definition des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur „ausschließlich über den Zweck der Nutzung: Dient die Nutzung des Geräts dem Zwecke des Sports oder der Freizeitgestaltung, so gelten die Regelungen für Flugmodelle. Ist mit dem Einsatz hingegen ein sonstiger, insbesondere mit gewerblichen mit Nutzungszwecken verbunden (z.B. Bildaufnahmen mit dem Ziel des Verkaufs), so handelt es sich um ein unbemanntes Luftfahrtsystem.“
-  Der große  Vorteil von Flugmodellen: Ihr Betrieb ist im Gegensatz zu UAVs nicht „erlaubnispflichtig“. Damit eine Drohne als Flugmodell eingestuft wird, muss sie noch zwei weitere Bedingungen erfüllen: Sie darf nicht mehr als fünf Kilogramm wiegen und muss von einem Elektromotor angetrieben sein. Ein Verbrennungsmotor ist nicht zulässig.
-  Im Falle einer Nutzung von Drohnen mit einer Gesamtmasse ab 5kg ist eine Aufstiegsgenehmigung für den deutschen Luftraum erdorderlich.

Ganz wichtig: Der Überflug von Menschenmengen ist strengstens verboten!

Versicherungsschutz: Bevor Sie mit Ihrer Drohne im öffentlichen Raum starten, sollten sie unbedingt ihren Versicherungschutz klären. Für die Nutzung kleine "Spielzeugdrohnen" auf Privatgrund ist keine Haftpflichtversicherung notwendig. Seit 2005 ist eine Haftpflichtversicherung für unbemannte Flugobjekte Pflicht. Solange es sich dabei um reines Spielzeug handelt, kann der Schutz einer privaten Haftpflichtversicherung möglicherweise ausreichen. Allerdings ist rechtlich nicht eindeutig geklärt, welche Flugobjekte als Spielzeug gelten und welche nicht. Wenn ihre Haftpflicht nicht ausreicht müssen Sie eine zusätzliche Haftpflichtversicherung (Drohnenversicherung) abschließen! Die Höhe der jährlichen Versicherungssumme hängt von der Drohnenart, der Art der Nutzung (gewerblich, privat) und natürlich der Deckungssumme ab. Fragen Sie deshalb am besten vor dem Kauf bei Ihrem Versicherungsunternehmen nach.

Wo darf grundsätzlich nicht geflogen werden?

Das ist ein weites Feld, die Liste der Verbotszonen für Drohnen ist lang. Generell gilt ein Flugverbot im Umkreis von 1,5 Kilometern um die internationalen deutschen Flughäfen. Auch über das Regierungsviertel, über Atomkraftwerke, Menschenansammlungen, Wohngebiete, Industrieanlagen, Katastrophengebiete, Unfallstellen und militärische Anlagen dürfen keine Privatdrohnen fliegen. Die Bestimmungen sind in den einzelnen Bundesländern nicht einheitlich. Hamburg gilt beispielsweise generell als Flugverbotszone für Drohnen, in Berlin benötigen Hobbypiloten nahezu stadtweit eine Aufstiegsgenehmigung. Ebenso sind beispielsweise in Hannover, Frankfurt, Leipzig, Köln, Dresden, Düsseldorf und Dortmund große Teile des Stadtgebiets generell Flugverbotszonen. In den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg sowie in den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sind die Bestimmungen im Allgemeinen am strengsten.

Sind Drohnen für Kinder geeignet?

Ein vorgeschriebenes Mindestalter von den Herstellern gibt es nicht, jedoch wird dies dann  durch die notwendigen Versicherungen/Versicherungsgesellschaften eingeschränkt.

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